Alternativen zu einem Gerichtsverfahren Verfasst am: 13.12.2008, 10:45
Nicht immer ist ein Gerichtsverfahren der beste Weg, einen Streit zu beenden.
Gerichtsverfahren
Das Zivilverfahren beginnt mit der Klage und führt oft zu einem Urteil. Vorteile: Moderate Gerichtsgebühren, juristisch qualifizierte Richter, sofortige Vollstreckbarkeit des rechtskräftigen Urteils. Rechtsschutzversicherungen zahlen in vielen Fällen. Nachteile: Ein gebührenpflichtiger Anwalt ist meist erforderlich. Das Verfahren dauert in der Regel länger als andere Formen der Streitbeilegung.
Schieds- und Schlichtungsstellen
Schlichtungsverfahren laufen vor den ehrenamtlichen Schiedspersonen (Schiedsamt) und den Branchen-Schlichtungsstellen. Am Ende ergeht ein Schiedsspruch oder die Erklärung, dass die Schlichtung gescheitert ist. Vorteile: Wird der Spruch des Schiedsamtes akzeptiert, ist er vollstreckbar. Das gilt nicht für den Schiedsspruch der übrigen Schlichtungsstellen. Nachteil: Schiedsämter gibt es nicht in jedem Bundesland. Die Schlichtungsstellen der Branchen stehen mitunter im Ruf, parteiisch zugunsten der Unternehmer zu sein.
Mediation
Mit einem Mediator erarbeiten die Parteien selber eine Konfliktlösung, bevorzugt bei familienrechtlichem Streit und im Wirtschaftsbereich. Als Mediatoren arbeiten Psychologen, Sozialarbeiter und Juristen. Vorteil: Kurzes, formloses Verfahren, das vertraulich abläuft.
Nachteil: Die Qualifikation der Mediatoren ist oft ungewiss, die Preise sind sehr uneinheitlich.
Schiedsgerichtsverfahren
Die Parteien suchen den Schiedsrichter gemeinsam aus und unterwerfen sich seinem Spruch. Richter kann im Prinzip jeder sein, meist sind es Juristen oder Experten aus den streitigen Lebensbereichen. Oberlandesgerichte und Anwaltsvereine informieren über das Verfahren.
Vorteile: Der Streit kann ohne Öffentlichkeit beendet werden, der „Sieger" bekommt nach kurzem Verfahren einen vollstreckbaren Titel.
Nachteile: Fehlerhafte Urteile haben Bestand, für kleinere Streitigkeiten ist das Verfahren zu teuer. So verlangt der Schiedsgerichthof deutscher Notare mindestens 500 Euro. Rechtsschutzversicherungen zahlen meist nur in der Höhe der Kosten eines Gerichtsverfahrens. _________________