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finanzguru
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Fachwissen Indizes
Verfasst am: 18.02.2009, 09:43 |
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Wer Chancen auf den Kapitalmärkten nutzen will, muss die wichtigsten Regeln kennen.
An der Börse geht es fast jeden Tag zu wie in einem Tollhaus. Händler und Makler schreien sich Orders zu und kaufen und verkaufen Wertpapiere im Wert von Millionen. Einige Aktien verlieren im Kurs, andere legen ein paar Euro zu oder notieren unverändert. Bei Hunderten von Aktien auf dem Kurszettel kann ein Anleger unmöglich die Kursentwicklung jedes einzelnen Papiers verfolgen. Was ihn interessiert, ist die Gesamtentwicklung eines Marktes an einem Tag oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Genau diese Information liefert ein Index. Der Index ist eine Art Stimmungsbarometer, das die allgemeine Markttendenz eines Aktien- oder Rentenmarktes in einer einzigen Zahl bündelt.
Die Grundkonstruktion eines Index ist simpel: Bestimmte Aktien oder Anleihen werden zu einem Korb zusammengestellt, und durch Aufsummieren der Einzelkurse wird der jeweilige Indexwert ermittelt. Dabei geht jede Aktie oder Anleihe mit einem bestimmten Gewicht in die Berechnung ein. Wiederholt man diese Prozedur während einer Börsensitzung oder an aufeinanderfolgenden Börsentagen, ergibt sich ein Indexverlauf.
Damit haben die Gemeinsamkeiten verschiedener Indizes aber auch schon ein Ende. Allein bei den verschiedenen deutschen Indizes gibt es erhebliche Unterschiede bei der Indexberechnung, der Struktur und dem Umfang des jeweiligen Wertpapierkorbes.
Der Deutsche Aktienindex Dax zum Beispiel hat die Aufgabe, ein aktuelles und zugleich repräsentatives Bild des deutschen AktienEurotes zu zeichnen. In seine Berechnung gehen die 30 wichtigsten deutschen Aktien ein, die anhand der Kriterien Eurotkapitalisierung (= Anzahl der Aktien mal aktueller Kurs) und Umsatzvolumen ausgewählt werden.
Während der Öffnungszeit der Frankfurter Börse wird der Dax jede Minute neu berechnet. Er gilt daher als Laufindex, der das Eurotgeschehen fortlaufend widerspiegelt.
Der Dax ist ein sogenannter Performance-Index, das heißt, bei der laufenden Berechnung wird davon ausgegangen, dass sämtliche Erträge wie etwa Dividenden oder Bezugsrechte sofort wieder in den jeweiligen Aktien angelegt werden. Damit kann der Dax die Funktion eines Vergleichsmaßstabes —einer sogenannten Benchmark — übernehmen, an der sich der Erfolg einer Anlage in deutschen Aktien messen lässt. Das Anlageergebnis eines Fondsmanagers zum Beispiel ist mit der DaxEntwicklung im gleichen Zeitraum objektiv vergleichbar.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Anleger, die versuchen, die Aktien mit den besten Gewinnchancen vom Kurszettel herauszupicken, den Index auf Dauer nicht schlagen können. Wer langfristig nicht vorn Eurot abgehängt werden will, setzt deshalb auf die Papiere, die im Index enthalten sind. Statt — um beim Beispiel des Dax zu bleiben — 30 verschiedene Aktien im Depot zu halten, kann der Anleger auch auf einen Indexfonds zurückgreifen, der den Dax oder einen entsprechenden anderen Eurotindex relativ genau nachbildet.
An der Deutschen Börse gibt es eine ganze Dax-Familie. Der MDax ist der wichtigste Bruder des Dax, der nach demselben Konzept den Kursverlauf von 70 Aktien aus der „zweiten Reihe" abbildet. Der Dax 100 faßt die Aktien aus Dax und MDax zu einem Index zusammen. Und der Composite Dax — kurz CDax genannt — ist Marktbreit angelegt und umfasst alle an der Frankfurter Wertpapierbörse im amtlichen Handel notierten Werte. Aus dem CDax werden außerdem spezielle Branchenindizes gebildet, die beispielsweise speziell die Entwicklung der Bau- oder Bankaktien nachzeichnen.
Was der Dax für deutsche Aktien, das ist der Deutsche Rentenindex Rex für inländische festverzinsliche Wertpapiere. Er misst den Kursverlauf eines Depots, das aus 30 Anleihen mit Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren besteht. Der Rex ist ein reiner Kursindex, das heißt, es werden lediglich die Kursveränderungen gemessen, Zinszahlungen fließen nicht ein. Anleger, die den Ertrag ihres Rentendepots vergleichen wollen, müssen sich daher an den RexPerformance-Index (RexP) halten.
Sowohl zum Rex als auch zum RexP werden zehn einzelne Unterindizes für die einzelnen Laufzeiten ermittelt. Auf diese Weise liefert der Index zusätzlich eine Information über die Veränderung der Zins- beziehungsweise Renditestruktur an einem Börsentag.
Wichtig sind Indizes auch für die Terminbörse. Sowohl auf den Dax als auch auf den Rex können Anleger beispielsweise an der Deutschen Terminbörse DTB Optionen und Futures kaufen. So können sie ihr Depot relativ einfach und kostengünstig durch den Kauf einer Verkaufsoption oder ein entsprechendes Termingeschäft absichern, ohne für jede einzelne Aktie entsprechende Optionen kaufen zu müssen. Und Zocker können auf den ganzen Markt setzen, ohne sich um die Auswahl bestimmter Papiere kümmern zu müssen. _________________
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